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  • Stefan Haber

Elfter.Elfter.Elf.Uhr.Elf in Maastricht


Vor Weihnachten wollte ich unbedingt noch einmal nach Holland. Maastricht stand schon lange auf meiner Wunschliste.

Maastricht ist von den Römern gegründet und bedeutet soviel wie "Die Brücke an der Maas". Es hätte ein ruhiges beschauliches Provinzstädtchen bleiben können, wenn nicht der berühmte Vertrag von Maastricht und der Euro dazwischen gekommen wären. Diese Berühmtheit haben sich die Einwohner von Maastricht zunutze gemacht und im Laufe der Zeit ein Dorado der Mode und der Softdrogen entstehen lassen. Die überaus interessante und lebendige Stadt wird an den Wochenenden förmlich von Touristen überrannt.

"Maastricht, eine Stadt voller Narren ."

Denn hier wird Karneval wie im Rheinland gefeiert und das ziemlich gut. Die selben Lieder,

die gleichen ausgefallenen Kostüme.

Dass man kein Wort versteht, ist völlig egal. Texte sind hier nicht die Herausforderung.

Das Narrentum liegt wohl an Maastrichts katholischer Prägung.

Das heißt auch, jeder Fluchtversuch während "der tollen Tage" aus Köln oder Düsseldorf in diese Richtung ist zum Scheitern verurteilt.

Wenn Sie (für Kölner nicht denkbar) mitfeiern wollen, machen Sie eine ganz neue Erfahrung,

vergleichbar mit einem fremdsprachigen Film ohne deutsche Untertitel.

Maastricht hat den schönsten Buchladen der Welt inmitten einer alten gotischen Kirche.

Das Bodenpersonal ist ausgewechselt worden,

Gott und Glaube sind spürbar.

Coffie verkeerd trinken, statt Abendmahl .

Besinnliches und Philosophisches "to go".

Ein Konzept ist besser als kein Konzept.

Denn leider stehen Kirchen leer und ungenutzt.

Das Mysterium wird ersetzt durch die Wissenschaft,

welche eigentlich selbst zu großen Teilen Mysterium ist

und es wahrscheinlich auch bleibt.

In diesem Buchladen bekommt man alles

an Literatur was das Herz begehrt.

( Leider zum größten Teil in Holländisch )

Bücher über Esoterik, Politik, soziale Gerechtigkeit

und auch andere Glaubensrichtungen .

Die meisten versprechen uns Wahrheit,

Erkenntnis und Sicherheit.

Aber nur einer kann uns Glaube, Liebe und Hoffnung geben

und der ist irgendwie auch noch da.

Links der Stadt (vom Fluss aus gesehen) liegt das Mekka der Mode.

Haute Couture, Innovation und Einzigartigkeit fordern besonders den Besucher heraus, der das entsprechende Geld und Modebewusstsein besitzt.

Sehr gut essen kann man bei Vers. Marie-claire & Paul Grote Gracht 31.

Auf meiner Tour durch Maastricht ist mir viel Interessantes begegnet. Ein schöner Leerstand,

eine Braut, die allein im Regen stand, den schönsten Bauzaun, den ich je gesehen habe,

originelle Schaufensterdekorationen, versteinerte Busenwunder und Alternativen zu Plissee und Panneaux.

Aber das Beste waren die Menschen in dieser belebten, offenen und jungen Stadt.

Fortsetzung folgt.


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